Navigation

TOMAK & die Waldorf Astorias

Im Rahmen der Initiative „Sterntaler – Wir bauen auf Kunst!“ soll ein finanzielles Fundament für den dringend notwendigen Schulneubau der Rudolf Steiner Schule Mauer geschaffen werden. Seit Jänner 2015 erarbeitet TOMAK gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen Bilder für die Ausstellung “TOMAK & DIE WALDORF ASTORIAS”. Das Projekt wird nun in Auszügen in der Schule präsentiert.

Bis zum sechsten, siebenten Lebensjahr sind alle noch Menschen, aber dann werden die meisten zu Bürgern gemacht. Ja, dann werden die Kinder zu Bürgern assimiliert. Die Angepasstheit, die Unzufriedenheit, die Verkrampfung macht sich plötzlich im Kopf breit. Kunst hilft mit, dass man nicht in diese Zwänge verfällt, offen bleibt.
TOMAK

Ausgehend von ca. vierzig großformatigen „Schultafelbildern“, in Anlehnung an Joseph Beuys Unterrichtstafelbilder in Kreide auf Tafel aus den 1970ern, wurden mit Holzflächen und Leinwänden, die mit grünem Schultafellack vorgrundiert wurden, Malflächen geschaffen, die sich inhaltlich mit dem Thema „Kind und Welt“ befassen. Mit „Kind und Welt“ wird eine Serie von Fotocollagen der Wiener Gruppe, genauer von Gerhard Rühm und Oswald Wiener, aus dem Jahr 1958 zitiert. Zum einen ist dies ein erster Hinweis darauf, dass der Fokus der künstlerischen Tätigkeit der Schülerinnen und Schüler auf die moderne und zeitgenössische Kunst gelenkt werden soll, zum anderen spiegelt das Zitat die Wichtigkeit der Sprache in diesem Projekt wider.

In einer 74-teiligen Arbeit „Erziehung zu Schönheit", die aus collagierten Anordnungen von Kinderzeichnungen, medizinischen Abbildungen und Fotografien besteht, arrangiert TOMAK in Anlehnung an die Arbeit der Wiener Gruppe das Thema „Kind und Welt" neu.

Es geht dabei um die menschlichen Ausnahmen. Wir kitzeln die Absurditäten in den Köpfen raus.
TOMAK

Sowohl in den gemalten Bildern wie auch in TOMAKs grafischen Werken finden sich Kontextbilder, die aus Motiven der Kindererziehung (vgl. Rudolf Steiner sowie dessen Gegensatz Daniel Gottlob Moritz Schreber) entnommen sind, wie die Oberbegriffe „Ordnung, Disziplin, Freiheit“. Diese Begrifflichkeiten werden abstrahiert, zum Teil für die Bildungsidee der Waldorfschule übersetzt, aber auch ironisiert. So schuf TOMAK eingangs des Projekts Denkfreiräume für die Schülerinnen und Schüler, innerhalb derer sie ihre Perspektive und Assoziationsketten skizzieren konnten: Hotel Ordnung – Hotel Disziplin – Hotel Freiheit.

In täglichen Einzelgesprächen mit den Schülerinnen und Schülern entstand so eine Fülle an Arbeitsmaterial, das TOMAK gemeinsam mit ihnen und nach ihren getroffenen Entscheidungen malerisch umsetzt. Zusätzlich entstehen und grafische Gemeinschaftsarbeiten. In Fertigstellung befinden sich darüber hinaus zwanzig TOMAK Solobilder zu den Themen Schule und Schüler, Kunst und Philosophie, die neben Beuys, der Wiener Gruppe, Rudolf Steiner und D. G. M. Schreber Zitate von Ludwig Wittgenstein und Käthe Kollwitz aufgreifen.

Das Projekt wird filmisch und fotografisch dokumentiert. Zur geplanten großen Ausstellung (voraussichtlich im Herbst 2015) erscheint ein Katalog.

Kunst muss unbedingt einen großen Stellenwert im Unterricht haben. Kunst ist Bildung, Kunst ist ein wichtiger Wirtschaftszweig.
TOMAK